Die Phasen des Schachspiels

Jetzt ist doch ein wenig Zeit ins Land gegangen und es hat auch schon ein neues Jahr begonnen, bis auch der erste Post zum Themengebiet Schach an den Start geht. Aber gut Ding will ja auch bekanntlich Weile haben. Da ich zurzeit nicht so wirklich viel selbst zum Spielen komme, will ich mich in diesem Artikel mit ein wenig Schach Theorie beschäftigen. Dass Schach das Spiel der Könige ist und damals auch zu einem ganz speziellen Zweck erfunden wurde, habe ich in einem anderen Post schon ein wenig beschrieben. Also soll es heute ein bisschen mehr um das aktive Spiel und um seine drei Hauptphasen gehen.

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Phase 1: Die Eröffnung

Anfangs dachte ich, dass Eröffnungen halt da sind und dazu gehören um das Spiel anzufangen. Mittlerweile habe ich immerhin begriffen, dass mit einer Eröffnung dem Spiel schon eine strategische Richtung gegeben wird und sie somit schon auch eine wichtige Rolle spielt. Schacheröffnungen, also ein geplantes und strategisches Vorgehen am Anfang des Spiels sind eigentlich so alt wie das Spiel selbst. Mitte des 15. und 16. Jahrhunderts formierte sich damals die „neue“ Arts des Schachspiels und mit ihr erschienen auch die ersten Bücher in denen Eröffnungsvarianten dargeboten wurden. Seitdem werden Eröffnungen entwickelt und auch wieder verworfen. Ich habe irgendwo einmal von 3000 Eröffnungen gelesen – alter Schwede! Ihre Namen haben die Eröffnungen von Ortschaften in denen sie zum ersten Mal gespielt wurden, oder sie bekamen den Namen von starken Spielern oder auch gar von ganzen Ländern oder Landstrichen.

Grundlegend hat die Eröffnung das Ziel alle „wichtigen“ Figuren zu entwickeln und in gute Ausgangspositionen zu bekommen. Das soll heißen, dass z.B. Pferd und Springer nicht mehr auf der Grundlinie stehen und auch eine Rochade durchgeführt ist. Wenn es gut läuft hat man die Felder im Zentrum gut um Griff. Eröffnungen können in drei unterschiedliche Systemvarianten aufgeteilt werden: Bei den offenen Systemen werden in der ersten Zugfolge die Zentrumsbauern bewegt, also e4 e5. Zu den Vertretern dieser Systeme gehören beispielweise die spanische Eröffnung, oder die Italienische. Zu den halboffenen Eröffnungen gehört zum Beispiel die sizilianische Eröffnung. Hier wird nach dem Zug e4 mit c5 geantwortet. Das Damengambit wird als geschlossenes System bezeichnet. Hier wird nicht mit einem Zentrumsbauer eröffnet, sondern mit d4 d5. Eröffnungen sind echt schon kleine Wissenschaften, denn zu jeder Eröffnung gibt es passende und nicht passende Züge, die man einfach kennen sollte. Als beendet gilt eine Eröffnung, wenn alle Figuren entwickelt sind. Auch hier habe ich einmal von ca. 12 – 15 Zügen je nach Eröffnung bzw. System gelesen. Dann beginnt das Mittelspiel.

Phase 2: Das Mittelspiel

Das Mittespiel finde ich persönlich anstrengend, aber eigentlich die faszinierendste Phase des Schachspiels. Nachdem die Eröffnung, die ja in großen Teilen sehr systematisch von Statten geht rum ist, ist jetzt die Zeit der großen Denker und Strategen gekommen. Heißt also hier ist Taktik angesagt. Dabei kommen auch Zugmuster zum Einsatz, die eigentlich zum Grundrepertoire eines jeden Schachspieles gehören. Sie haben klangvolle Namen wie „Gabel“, „Fesselung“ oder auch „Spieß“. Dabei sind Züge gemeint, die den Ausführenden entweder in eine bessere Position bringen, weil sie eine Figur des Gegners an eine bestimmte Stellung binden, oder aber der Zug sie zwangsläufig zum Gewinn einer Figur führt. Ganz tricky wird es, wenn eigene Figuren für eine bessere Stellung oder Spielsituation geopfert werden. Dabei kann dann zwischen Hinlenkungsopfer oder Beteiligungsopfer unterschieden werden. Beim Hinlenkungsopfer wird eine eigene Figur geopfert um eine gegnerische Figur in eine ungünstigere Position zu bekommen. Hier sollte man sich also recht sicher sein was man so tut. Das Beteiligungsopfer soll es ermöglichen strategisch wichtige Figuren des Gegners zu schlagen. Das sind nur ein paar Beispiele für taktische Grundzüge, die im Mittelspiel immer wieder zu sehen sind. Hier ist die Kreativität der Spieler gefragt und man darf im Mittelspiel den Überblick auf keinen Fall verliehen. Das so oft im Schach zitierte Vorausdenken ist hier ein sehr entscheidender Faktor.

Phase 3: Das Endspiel

Hat der Gegner es nicht geschafft im Mittelspiel das Schachmatt auszuführen, so gelangt das Spiel irgendwann einmal in seine Schlussphase, dem Endspiel. Das Endspiel mag ich. Da ist nicht mehr so viel los auf dem Brett – dafür zählt jeder Zug. Ein kleiner Fehler und du kannst den König umhauen und dir nen GnT mixen gehen. Also högschte Konzentration und das teilweise nach 2-3 Stunden denken und spielen! Endspiele können von sehr zähen Stellungsspielen gekennzeichnet sein. Hier ziehen die Spieler ihre verbleibenden Figuren aus strategischen Gesichtspunkten in vermeintlich bessere Ausgangspositionen. Macht der Gegner keinen Fehler, so kann dies sehr zermürbend sein. Alternativ wird im Endspiel versucht, gleichwertige Figuren abzutauschen, oder verbleiende Bauern auf die Grundlinie des Gegners voranzubringen um diesen in eine Dame oder eine andere Figur umwandeln zu können. Ziel ist und bleibt es im Endspiel den Gegner Schachmatt zu setzen. Alternative Strategien sind hier das Patt, oder die Partie wird wegen Zeitüberschreitung oder auch wegen Zugüberschreitung abgesprochen oder unentschieden gegeben. Endspiele werden erst seit den 80iger Jahren empirisch untersucht. Seitdem werden Endspieldatenbanken aufgebaut und diese für systematische Trainings genutzt. Ich sollte das auch glaube ich auch mal machen:). Ein richtig gutes Endspiel dauert mitunter fast so lange wie die gesamte vorausgegangene Partie. Wenn man dieses dann aber zum Erfolg führen kann und gewinnt, so ist die Freude umso größer.

So beim Schreiben habe ich festgestellt, dass vor allem das Spielen hier glaube ich mehr bringt das theoretische Aufarbeiten. Daher wird mein 2018er Schachvorsatz: „Spielen“ lauten. Die kommende Zeit wird auch recht spannend werden – aber mehr in Sachen Gin und Gin-Tonic. Es stehen weitere Tastings auf dem Plan und der erste Bericht von einem Location-Besuch wird online gehen. Und zwischendrin wird auch noch was zum Spiel der Könige zu lesen geben. Also ganz in Ruhe den RSS-Feed abonnieren, auf Twitter folgen, die Fanpage liken und dann bleibt ihr schön auf dem Laufenden:)

Ein Kommentar zu “Die Phasen des Schachspiels

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